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Employer Brand Manager/in:
Balancehalter der Extraklasse

Nicht überall, wo Employer Branding draufsteht, steckt auch Employer Branding drin. Das Berufsbild des Employer Brand Managers ist bis heute unklar umrissen. Zeit für ein paar Leitplanken: Was braucht es, um erfolgreicher Employer Brand Manager zu sein?

Employer Branding – Der Wirkungskreis des Employer Brand Managers

Es gibt viele Definitionen von Employer Branding. Einige greifen zu kurz, andere sind aus Markensicht schlicht haarsträubend und manche treffen zu.

2006 legte DEBA die in Wissenschaft und Praxis bis heute am häufigsten referenzierte Definition von Employer Branding vor:

„Employer Branding ist die identitätsbasierte, intern wie extern wirksame Entwicklung und Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber.“

Employer Branding ist immer ein Teil des Corporate Brandings, also des Aufbaus und der Führung der Unternehmensmarke.

Und genau hier kommt der Employer Brand Manager zum Einsatz. Es ist seine Aufgabe, das Unternehmen gegenüber Mitarbeitern und möglichen Bewerbern als glaubwürdigen und zugleich attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren.

 

Employer Brand Manager: Ein Profil

Ob für Müsliriegel, Espresso-Maschine oder Turnschuh – für fast jedes Produkt gibt es Brand Manager. Den meisten Unternehmen ist auch ihre Corporate Brand einiges wert. Hingegen steckt Employer Brand Management vergleichsweise noch in den Kinderschuhen. Und das, obwohl die Anforderungen kontinuierlich steigen und Employer Branding boomt. Doch was genau muss ein Employer Brand Manager können? Für wen ist dieser Job gemacht?

So unterschiedlich wie die Employer-Branding-Auffassungen in den Unternehmen, so unterschiedlich sind auch die Erwartungen an Employer Brand Manager. Häufig erschöpft sich die Zuständigkeit in Arbeitgeberimagewerbung und externem Personalmarketing. Nur selten wird Employer Branding als das verstanden und umgesetzt, was es ist: ein Wertschöpfungsprozess von gesamtstrategischer Tragweite. Mit dem falschen Verständnis und der falschen Herangehensweise bringt man keine nachhaltig attraktive Arbeitgebermarke hervor.

 

Employer Brand Manager – Ein Job für Generalisten

Um eine nachhaltig attraktive Arbeitgebermarke hervorzubringen, braucht es einen Employer Brand Manager, der dafür sorgt, dass…

  • eine Positionierung entwickelt wird, die den Arbeitgeber in den Arbeitsmärkten differenziert, dabei glaubwürdig ist und den strategischen Unternehmenszielen entspricht.
  • der Arbeitgeberauftritt gegenüber allen Zielgruppen wirkungsvoll ist und auf Dauer konsistent bleibt.
  • die Arbeitgeberpositionierung im organisationalen Leben und in der Unternehmenskultur spürbar wird.
  • die Arbeitgebermerkmale kontinuierlich gesteuert und weiterentwickelt wird.

Employer Brand Manager – Das ist ein Job für Generalisten. Und für ausgereifte Persönlichkeiten, die klar und klug vorgehen, analytisch und strukturierend vorausdenken. Sie sollten interdisziplinär arbeiten können und sich rasch in der Personal- und Branding-Welt zurechtfinden.

Employer Brand Manager – Das sind Moderatoren und Mobilisierer, Netzwerker und Integrationsfiguren, Organisationstalente und Impulsgeber, Macher und Markenanwälte. Balancehalter der Extraklasse.

Diese Komplexität spiegelt sich im Aufgabenprofil des Employer Brand Managers wider:

Die Herausforderung des Employer Brand Manger besteht u.a. darin zu erkennen, welche Kontaktpunkte für welche Zielgruppe wann besonders sinnvoll sind, um die Arbeitgeberpositionierung konsistent erlebbar zu machen.

Einfacher gesagt als getan. Denn: „The brand builder who attemps to develop a strong brand is like a golfer playing on a course with heavy roughs, deep sandtraps, sharp doglegs, and vast water barriers. It is difficult to score well in such conditions.“1)

Das Zitat von Prof. Aaker verdeutlicht die hohen Anforderungen, die an Employer Brand Manager aufgrund der oftmals komplexen Herausforderungen gestellt werden.

Der ideale Employer Brand Manager ist also ein Multitalent. Ein Tausendsassa, der viele Bälle gleichzeitig jongliert, dabei neue Bälle auffängt und weiterspielt. Wen diese Vorstellung erschreckt oder langweilt, der ist nicht aus dem Holz gemacht, aus dem man Employer Brand Manager schnitzt.

Du möchtest wissen, ob Du der ideale Employer Brand Manager bist? Finde in unserem Selbsttest heraus, ob Du aus dem richtigen Holz geschnitzt bist.

Bist Du…

  • Überzeugungstäter und bereit, andere von der Arbeitgebermarke zu überzeugen?
  • empathisch und bereit, Dich auf verschiedene Anspruchsgruppen einzustellen?
  • in der Lage, mehrere Projekte auf einmal zu steuern?
  • im Unternehmen gut vernetzt und anerkannt?
  • bist Du mit den internen Spielregeln vertraut und bist Du fit in den Do’s und Don’ts?
  • bereit, Veränderungen initiieren zu wollen?

Hast Du…

  • Unterstützer auf Entscheiderebene?
  • relevante Berufserfahrung im Bereich Personal und Kommunikation?
  • grundlegendes Wissen über Markenführung?
  • ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeiten?
  • Kreativität im Blut?

Bringst Du…

  • vernetzendes Denken und planerische Intelligenz mit?
  • Führungskompetenz mit?
  • kulturelle Neugier und Integrationskompetent mit?
  • eine hohe Reisebereitschaft mit? (ca. 20-30% Reisetätigkeiten)

Wenn Du 11 der 15 Fragen mit einem deutlichen JA beantworten kannst, bringst Du alles mit, was einen guten Employer Brand Manager ausmacht.

Für alle anderen Testergebnisse gilt: Der größte Schlüssel zum Erfolg liegt darin, Leidenschaft für das Thema mitzubringen.

 

Kennst Du eigentlich den Award „Employer Brand Manager of the Year“? Die Auszeichnung würdigt Employer Brand Manager/innen, die Mut machen, inspirieren und stolz darauf sein können, was sie im Employer Branding geleistet haben. Wir zeichnen damit Menschen mit ihrer Haltung und ihrem Engagement aus, keine reinen Arbeitsleistungen wie beispielsweise Kampagnen.

Ab Herbst 2019 laden wir Dich ein, Deine Geschichte zu erzählen: www.ebm-of-the-year.de.

 

 

1)Prof. Dr. Allan Aaker, 1996, Building Strong Brands. The Free Press, S. 22.