Employer Branding ist immer eine Identitäts- & Organisationsentwicklung, die auf der Kultur und den Werten der einzelnen Unternehmen beruht. Nur ganz am Rande, vor allem nach außen, ist Employer Branding ein Prozess des Marketings.

Dabei geht es zu keinem Zeitpunkt um die Erstellung von tollen Slogans, hübschen Bildern und neuen Karriereseiten, sondern um die Stärkung des Identifikationsangebotes für Mitarbeiter. Um Botschaften, um Identität, die den Mitarbeitern aus der Seele sprechen.

Denn genau damit wird echte Bindung erzeugt und Engagement gestärkt – essentielle Stellschrauben für den Unternehmenserfolg. So entsteht Wirkung und Nachhaltigkeit, die neue Karriereseiten nicht erreichen würden.

Erfolgsfaktor Arbeitgeberpositionierung

Schlüssel zu alldem ist die sogenannte Arbeitgeberpositionierung (engl. EVP). Es gilt herauszuarbeiten, was den Nucleus und damit die Identität des Unternehmens ausmacht.

Unternehmen müssen sich fragen:

/ Wofür stehen wir?

/ Was macht uns besonders? Was differenziert und hebt uns von anderen Unternehmen ab?

/ Wer passt (nicht) zu uns?

/ Wie wollen wir uns zukünftig aufstellen? Wohin geht unsere Reise?

Die Qualität der gelungenen Arbeitgeberpositionierung erkennt man daran, dass sie neben Akzeptanz in vielen Fällen auf Widerstände stößt. Denn genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Angestellte ohne Cultural Fit werden das Unternehmen verlassen, zu den Unternehmenswerten passende Mitarbeiter werden nachkommen. Die Rede ist von Arbeitgeberpositionierungen, die nicht nur Sprungbrett für die externe Aktivierung sind, sondern auch zum Prüfstein und Motor für die kulturelle Transformation avancieren.

Auszahlen wird sich einzig und allein der Invest in Identität. Über die interne Implementierung der Arbeitgebermarke in die Köpfe und Herzen der Mitarbeitenden. Dies wird weder über die üblichen HR-Floskeln noch über die gängigen Hygienefaktoren erreicht. Sondern ausschließlich über Kultur, Organisation, Stategie und Leitbild gewährleistet.

Aus Krisen gehen die Unternehmen als Gewinner hervor, die wirksam werden, ins Handeln kommen, Veränderungen angehen und richtig investieren: in Identität!

Eben jene Pioniere bewirken so Identifikation der Mitarbeiter, eine Gemeinschaft. Getragen von emotionalen Bindungen an das Unternehmen. Und erreichen damit ein Engagement der Mitarbeiter, das sich in Unternehmenserfolg auszahlt.

Die Praxis 2020 zeigt: Employer Branding kann das von den Menschen in den Organisationen lang ersehnte „missing link“ sein: und zwar zwischen der What- und Why-Ebene aus dem bekannten Golden-Circle-Modell von Simon Sinek. Dabei prägen Leitbid, Vision, Mission und Purpose die Why-Ebene.

Bei alldem sollte nicht vergessen werden: Employer Branding ist ein Marathon und kein Sprint. Ein Prozess, der auf langfristige Erfolge setzt, auf Nachhaltigkeit. Auf eine starke, identitätsbasierte Arbeitgebermarke, die Sinn stiftet.

DEBA Gründer & CEO Wolf Reiner Kriegler hielt am 13. Mai 2020 im Rahmen eines von Strategie Austria und willhaben veranstalten Webinars eine Keynote Speech zum Thema „Erfolgsfaktor Employer Branding“.